Wie läuft die Durchführung vom Kindersprachscreening (KiSS) ab?

Wer führt das KiSS durch?

Das KiSS wird von speziell geschulten und zertifizierten Erzieherinnen und Erziehern durchgeführt. Diesen Erzieherinnen und Erziehern stehen Sprachexperten mit Rat und Tat zur Seite. In der Regel handelt es sich um Sprachheilpädagogen, Logopäden oder akademische Sprachtherapeuten die über ein entsprechendes Fachwissen in den Bereichen kindliche Sprachentwicklung und Sprachstörungen verfügen und über das Gesundheitsamt angestellt sind.

Wie läuft die Durchführung vom KiSS mit dem Kind ab?

Mit Hilfe der Bildvorlage werden dem Kind Fragen aus dem Screeningbogen gestellt bzw. wird das Kind ermuntert, Objekte, Personen und Handlungen zu benennen. Die Antworten bzw. Reaktionen des Kindes werden notiert und nach festen Kriterien ausgewertet.

Wie lange dauert die Durchführung vom KiSS?

Die Durchführung des KISS mit dem Kind dauert durchschnittlich 20 Minuten. Die Auswertung der Bögen und das Ausfüllen des Kinderbogens dauern in der Regel 15 Minuten.

Was passiert nach der Durchführung?

Nach der Durchführung werden alle Bögen von dem/der KiSS-Erzieher/in und dem/der Sprachexperten/-in ausgewertet, um daraus ein Ergebnis in Form einer Einschätzung der sprachlichen Entwicklung zu erstellen. Das Ergebnis vom KiSS wird den Eltern in einem Elternbrief mitgeteilt. Sie erfahren in welchen sprachlichen Bereichen die Stärken des Kindes liegen bzw. in welchen Bereichen das Kind besondere Unterstützung benötigt und wie die Empfehlungen zur weiteren Abklärung oder Förderung lauten.

Welche Ergebnisse liefert das KiSS?

Durch die Anwendung des KiSS lässt sich die sprachliche Kompetenz des Kindes mit einem der folgenden vier Einschätzungen beschreiben:

  • sprachlich unauffällig
  • medizinisch abklärungsbedürftig
  • sprachpädagogisch förderbedürftig
  • medizinisch und sprachpädagogisch abklärungsbedürftig

Was bedeutet eine solche Einschätzung im Einzelnen?

Wenn ein Kind als „sprachlich unauffällig“ eingeschätzt worden ist, bedeutet dies, dass das Kind eine altersgerechte Sprachentwicklung aufweist und somit keine sprachlichen Probleme erkennbar sind. Bei der Einschätzung „medizinisch abklärungsbedürftig“ liegt wahrscheinlich eine Sprachstörung (z.B. in Form einer Störung der Aussprache oder des Redeflusses) vor, die vom Sprachexperten und dann ggf. von einem Kinderarzt bzw. Hausarzt näher untersucht werden sollte. Es kann sich jedoch auch um einen Hinweis auf eine Hörstörung oder auditive Wahrnehmungsstörung handeln, die die sprachliche Entwicklung des Kindes negativ beeinflussen können. Wenn das Kind als „sprachpädagogisch förderbedürftig“ eingeschätzt wird, bedeutet dies, dass es, bspw. durch zu geringen deutschsprachigen Einfluss oder wenig sprachliche Förderung im Elternhaus, Auffälligkeiten (z.B. in Wortschatz oder Grammatik) aufweist, die jedoch nicht auf eine Sprachentwicklungsstörung hinweisen. Das Kind bedarf dann einer gezielten sprachlichen Förderung. Bei der Einschätzung „medizinisch und sprachpädagogisch abklärungsbedürftig“ liegt die Ursache der Probleme im medizinischen und sprachpädagogischen Bereich, weshalb trotz der sprachpädagogischen Förderbedürftigkeit eine Abklärung durch den Kinderarzt/Hausarzt notwendig sein kann.

Was folgt auf das Ergebnis?

Bei Kindern mit sprachpädagogischem Förderbedarf lassen sich anhand der Ergebnisse individuelle Förderziele ablesen, die nach den Grundsätzen des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplanes umgesetzt werden können. Sollte ein Kind medizinisch abklärungsbedürftig sein, wird dieses von einem Sprachexperten erneut überprüft und eventuell die Vorstellung bei einem Arzt empfohlen.