Pressemitteilungen 2016

27.04.16

Aneurysmen: tödliche Blasen im Kopf Einige der weltweit bedeutendsten Forscher für Hirn-Aneurysmen präsentieren und diskutieren bei der 67. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie in Frankfurt die neusten Therapieentwicklungen.

Ein Hirn-Aneurysma ist eine Gefäßaussackung, die einem wachsenden Ballon ähnelt. Platzt dieser Ballon, kommt es zu einer sogenannten Subarachnoidalblutung. Anders als die bekannteren unblutigen Schlaganfälle treten diese Hirnblutungen in der Regel bei jüngeren Patienten auf. Ohne Vorankündigungen verspüren Betroffene plötzlich starke Kopfschmerzen und Nackensteife, das Bewusstsein trübt sich ein. Vor einer solchen lebensbedrohlichen Blutung werden diese Gefäßaussackungen meistens nur zufällig entdeckt, zum Beispiel bei Untersuchungen wegen anderer Beschwerden. Wie man nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen mit einem Aneurysma in den verschiedenen Wachstumsstadien umgeht, ist das Schwerpunktthema der 67. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie in Frankfurt. Aktuelle internationale Forschungsergebnisse beschäftigen sich unter anderem mit der Frage, welche Interventionsmethode – das sogenannte Clipping oder das Coiling – die besseren Resultate erzielt. Die Tagung findet vom 12. bis 15. Juni 2016 unter der Präsidentschaft von Prof. Volker Seifert, Direktor der Klinik für Neurochirurgie am Universitätsklinikum Frankfurt, statt.

Das Aneurysma von innen oder außen verschließen?
Neben anderen international renommierten Fachleuten konnten die Leiter der wichtigsten internationalen Aneurysma-Studien der letzten Jahre – mit den Namen ISAT und BRAT – für die Konferenz gewonnen werden: Prof. Richard Kerr (Oxford, Großbritannien), Prof. Andreas Raabe (Bern, Schweiz) und Prof. Robert Spetzler (Phoenix, USA). Sie werden ihre Ergebnisse auf höchstem wissenschaftlichem Niveau präsentieren. Dabei geht es zentral darum, ob für Patienten das Clipping oder das Coiling zu empfehlen ist. Beim ersten Verfahren handelt es sich um das operative Einsetzen eines Titanclips von außen auf den Hals des Aneurysmas. Diese Art Klammer unterbindet die Blutzufuhr vollständig und schaltet damit das Aneurysma praktisch aus. Beim Coiling wird über eine Art Kathetersystem eine Platinspirale innen in das Aneurysma befördert, die sich vor Ort ausdehnt und es damit verschließt. Die aktuellen Studienergebnisse zeigen, dass es nicht die eindeutig bessere Therapie für alle Patienten gibt. Je nach individueller medizinischer Situation des Patienten muss eine Variante ausgewählt werden. Für diese Entscheidung benötigt man die Expertise verschiedener Fachgebiete. Die Tagung hat deshalb auch das Ziel, darauf hinzuwirken, dass in Zukunft Patienten weltweit in speziell ausgewiesenen, disziplinübergreifenden Zentren beraten und therapiert werden.

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