Stationäre Versorgung

Die stationäre Versorgung ist für aufwendige diagnostische Untersuchungen, einschließlich der prächirurgischen Diagnostik und des Video-EEG-Monitorings zur diagnostischen Klärung sowie für schwierige Therapieumstellungen und für Notfälle gedacht.

Ab Juli 2015 steht eine Video-EEG-Monitoring-Einheit modernsten Standards mit sechs Betten zur Verfügung. Patienten auf der Video-EEG-Monitoring-Einheit werden rund um die Uhr von Medizinisch-Technischen-Assistentinnen und Assistenten für Funktionsdiagnostik (MTA-F) überwacht. 24 Stunden am Tag werden dabei EKG und EEG sowie Videos aufgezeichnet, um eventuell auftretende Anfälle genauestens analysieren zu können.

Wir führen zwei Arten von Diagnostiken durch:

1. Eine differentialdiagnostische Video-EEG-Ableitung, um, oft zu Beginn, zum Teil aber auch im Verlauf der Erkrankung, festzustellen, was für ein Epilepsiesyndrom genau vorliegt. Erst die genaue Diagnostik des Epilepsiesyndroms macht eine gezielte Therapie möglich.

2. Die zweite Art der Diagnostik, die auf der Video-EEG-Monitoring-Einheit durchgeführt wird, ist die prächirurgische Diagnostik. Ziel ist es, das Hirnareal festzustellen, von dem die Anfälle ausgehen und zu klären, ob dieses epilepsiechirurgisch entfernt werden kann, ohne das wesentliche Nebenwirkungen für den Patienten auftreten. Hierfür wird u.a. eine genaue bildgebende Darstellung mit Hochfeld-MRT (3 Tesla) durchgeführt. In Frankfurt steht ein solcher Scanner für alle Patienten mit prächirurgischer Diagnostik zur Verfügung. Desweiteren gibt es in Frankfurt, einmalig in Hessen, eine Magnetenzephalographie (MEG), welche insbesondere dann hilfreich ist, wenn mit dem normalen EEG keine epilepsietypische Aktivität und keine Anfallsaktivität aufgezeichnet werden kann.

Weitere spezielle Methoden, die eingesetzt werden sind:

a) die funktionelle Kernspintomographie zur Lokalisation von Sprache, Sehrinde, primärmotorischem und somatosensiblem Kortex und Gedächtnis tragende Hirnareale, um diese Regionen im Falle einer Operation schonen zu können.

b) Das sogenannte Spike-getriggerte fMRT, welches es ermöglicht, diejenigen Hirnregionen aufleuchten zu lassen, welche bei Bildung epilepsietypischer Potentiale (Spikes) reaktiv vermehrt durchblutet werden.

Wir stehen jederzeit für Fragen zur Verfügung und werden Sie und Ihre Familie am Ende der Untersuchung umfassend darüber aufklären, welche genaue Diagnose vorliegt und ggf. welche Chancen und Risiken für einen epilepsiechirurgischen Eingriff bei Ihnen bestehen.

Was müssen Sie mitbringen?
Wenn Sie stationär zu uns kommen, sollten Sie die üblichen Dinge wie Schlafanzug, Waschutensilien, Bücher, Spiele, zum Beispiel auch Ihren Laptop-Computer und Ihr Smartphone mitbringen. Das Video-EEG-Monitoring dauert 5-8 Tage, manchmal auch länger (bis 14 Tage), so dass es gut ist, wenn Sie etwas zu Ihrer Unterhaltung oder Beschäftigung dabei haben.

Sie benötigen eine Einweisung von Ihrem Hausarzt zur stationären Diagnostik und sollten bitte alle relevanten Gesundheitsunterlagen einschließlich der Tabletten, die Sie einnehmen (mit den Packungen) mitbringen, so dass wir diese Medikation sachgerecht fortführen können.

Wir freuen uns darauf, Sie kennen zu lernen!