Schwerpunkte

Der Forschungsschwerpunkt des Dr. Senckenbergischen Instituts für Neuroonkologie liegt in der Klärung der Resistenzmechanismen maligner Gliomzellen gegenüber den zurzeit zur Verfügung stehenden Therapieoptionen. Dabei interessieren wir uns unter anderem für das hypoxische und saure Mikromilieu innerhalb dieser Tumore. Aus unseren Arbeiten im Bereich der zellulären Signalwege (Transkriptionsfaktoren, Apoptose, etc.) und des Metabolismus der Tumorzellen (Mikromilieu, Hypoxie, etc.) ergibt sich zusätzlich eine hochinteressante Schnittmenge, die viele Fragen aufwirft und etliche neue Hypothesen generiert. CytochromeC

 

Unsere besondere Aufmerksamkeit richten wir auf den EGFR/mTOR/Akt Pathway, seiner Auswirkungen auf den Metabolismus der Gliome, sowie die Transkriptionsfaktoren der PAX Gruppe. Weitere Projekte untersuchen die Bedeutung von VEGF und Hypoxie für die Therapieresistenz maligner Gliome.

 

Mutationen im EGFR/mTOR/Akt Pathway sind sehr häufig bei malignen Neoplasien unterschiedlichster Herkunft. Deshalb wurde große Hoffnung in die therapeutische Blockade dieses Signalwegs gesetzt. Die bisherigen Therapien des Glioblastoms mit EGFR-Inhibitoren hatten für die Gesamtheit der Patienten leider nur wenig Erfolg, eine Subgruppe der Patienten hat davon aber durchaus profitiert. Die anfängliche Euphorie wich der Erkenntnis, dass gezielte molekulare Therapien vermutlich nur dann Sinn machen, wenn ein „molekulares Muster“ des Tumors erstellt werden kann. Um den Patienten eine maßgeschneiderte molekulare Therapie anbieten zu können, ist die Entwicklung von „molekularen Signaturen“ dieser Tumoren in vollem Gang.

 

Unsere in vitro Untersuchungen haben gezeigt, dass maligne Gliomzelllinien durch die Blockade des EGF-Rezeptors resistenter gegenüber hypoxischen Bedingungen werden. Dies hat für die klinische Situation natürlich weitreichende Folgen. So könnte die Blockade des EGF-Rezeptors sogar kontraproduktiv sein, indem der Tumor resistenter gegenüber Hypoxie wird oder der Effekt einer gleichzeitig durchgeführten Radiotherapie geschmälert wird.

 

Deshalb untersuchen wir die Mechanismen dieses paradoxen Effekts, dass Gliomzellen in vitro durch Blockade des EGFR/mTOR/Akt Pfadwegs unempfindlicher gegenüber den in malignen Gliomen vorherrschenden hypoxischen Bedingungen werden. Dafür entwickelten wir ein in vitro Hypoxiemodell, welches den Bedingungen im Tumor sehr nahe kommt. Wenn die Mechanismen dieses Effekts bekannt sind, könnte es möglich sein, diese Überlebensstrategien der malignen Gliomzellen zu umgehen und so die Therapie maligner Gliome einen Schritt weiter zu bringen.