Myome - die wichtigsten Fragen

Jede dritte Frau nach dem 30. Lebensjahr hat ein oder mehrere Myome

Was sind Myome? Wo treten Sie auf und wie groß sind sie?

Es sind gutartige Tumore der Muskulatur der Gebärmutter. Sie können überall dort auftreten, wo sich Gebärmuskulatur befindet. Die nebenstehende Abbildung macht dies deutlich. Myome können zwischen wenigen Millimetern und bis zu 30 cm groß sein, einzeln oder auch in zu mehreren auftreten.

Wodurch entstehen Myome?

Diese Frage ist letztendlich noch nicht vollständig geklärt. Man geht von unterschiedlichen Ursachen aus, die zusammenspielen. Wir wissen jedoch sicher, dass Myome von weiblichen Hormonen abhängig sind. Des weiteren steht eine genetische Grundlage zur Diskussion.

Wie machen sich Myome bemerkbar, welche Symptome zeigen sie?

Vielen Frauen ist gar nicht bekannt, dass sie Myome haben, andere Frauen haben selbst bei wenigen oder kleinen Myomen massive Beschwerden. Die Symptome sind unter anderem abhängig von der Lage, der Größe und der Anzahl der Myome. Typische Beschwerdebilder sind:

  • verstärkte und verlängerte Regelblutung
  • Druckgefühl und Krämpfe im Unterbauch
  • Probleme mit der Blasen und Darmfunktion
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • ungewollte Kinderlosigkeit

Wann wird therapiert und welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Wenn die Myome klein sind und keine Beschwerden verursachen, muss in vielen Fällen keine Behandlung erfolgen. Wenn aber Beschwerden bestehen, die Myome wachsen oder eine gewisse Größe überschreiten ist in den meisten Fällen eine Behandlung sinnvoll. Für die Behandlung gibt es verschiedene Möglichkeiten, die abhängig sind von den jeweiligen Symptomen, Situation der betroffenen Frau und Zahl, Lage und Größe der Myome.

Hormone

Wenn die Myome verlängerte oder verstärkte Regelblutungen verursachen, kann durch die Beeinflussung der Regelblutung selbst eine Verbesserung der Probleme erreicht werden. Durch die Einnahme der Pille oder eines Hormonpräparates kann Stärke, Länge und Abstand der Regelblutungen positiv beeinflusst werden. Ein schnelleres Wachstum der Myome durch diese Behandlung ist bei Frauen vor den Wechseljahren nicht zu befürchten.

Mirena®

Auch die Einlage der sogenannten Hormonspirale (Mirena®, Gelbkörperhorman-freisetzende Spirale) kann die  Blutungsstärke  vermindern oder zur völligen Blutungsfreiheit (Amenorrhoe) führen. Allerdings scheint dieser Effekt bei  Frauen, mit Myomen seltener aufzutreten  als bei Frauen ohne Myome.

Endometriumsablation

Besteht kein Kinderwunsch mehr, gibt es auch die Möglichkeit, die Gebärmutterschleimhaut beispielsweise durch Hitzeeinwirkung oder operativer Entfernung abzutragen. Dies führt bei etwas 2/3 der Frauen mit Myomen zur Blutungsfreiheit oder Normalisierung der Blutung.

Myomenukleation/organerhaltene Operation

Myome können durch eine Operation aus der Gebärmutter herausgeschält werden. Liegen die Myome an der Außenwand oder in der Gebärmutterwand wird diese Operation über den Bauch (minimal-invasiv laparoskopisch oder durch Bauchschnitt) durchgeführt. Die laparoskopische Operation bringt  eine schnellere Erholung der Patientin mit sich. Myome in der Gebärmutterhöhle können durch eine operative Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung) entfernt werden. Die Häufigkeit eines Rezidives (Wiederauftreten eines Myoms) hängt u.a. von der Anzahl der Myome ab und beträgt etwa 10%-30%.

Hysterektomie/Gebärmutterentfernung

Die Gebärmutterentfernung gilt für Frauen, die keinen Kinderwunsch haben, als die Standardtherapie des Uterus myomatosus (Gebärmutter mit Myomen), da nur die Gebärmutterentfernung den Anspruch der definitiver "Heilung" erheben kann. In vielen Fällen können aber die o.g. Behandlungsalternativen eingesetzt werden, so dass diese Operation vermieden werden kann. Ist eine Gebärmutterentfernung notwendig, so sind Befürchtungen über nachteilige Änderung der Lebensqualität nicht begründet. Nicht nur die Lebensqualität ist nach Gebärmutterentfernung bei den meisten Frauen verbessert, auch die Sexualität scheint bei den meisten Patientinnen unverändert bzw. verbessert zu sein.

Myomembolisation

Seit 15 Jahren wird die Myomembolisation oder besser die Embolisation der Gebärmutterarterie (Embolisation= Gefäßverschluss) in der Behandlung von Myomen eingesetzt. Durch Einspritzen von Partikel wird das Strombett der Gefäße verlegt und somit die Durchblutung der Myome vermindert. Als Folge kommt es innerhalb der folgenden Wochen zu einer Schrumpfung der Myome und dadurch bei etwa 90% der Patientinnen zu einer Besserung der Beschwerden. Typische Begleiterscheinungen nach einer Myomembolisation können Schmerzen (85%), Müdigkeit (76%), Übelkeit (47%) und  Blutungen/Ausfluss (18%) sein. Zudem werden bei der Hälfte der Patientinnen Fieber und Anstieg der Entzündungsparameter einige Tage nach der Embolisation beobachtet. Schwere Komplikationen sind allerdings, wie auch bei den Operationen von Myomen, sehr selten. Es muss mit einer erhöhten Rate des vorzeitigen Eintretens der Wechseljahre gerechnet werden. Über die langfristigen Erfolgs- und Komplikationsraten gibt es bisher nur wenige Daten. Die Myomembolisation sollte nicht bei Frauen mit Kinderwunsch durchgeführt werden, da die Chancen auf eine Schwangerschaft nach einer solchen Behandlung sinken und die Gefahr einer Fehlgeburt größer wird.

Ihr Team der Frauenklinik
Prof. Dr. med. S. Becker

Wie kann man bei Frauen mit bekannten Myomen und Kinderwunsch vorgehen?

Werden bei einer Patientin mit Kinderwunsch Myome diagnostisiert, stellt sich die Frage nach einer prophylaktischen Myomentfernung. Für eine Myomentfernung sprechen das erhöhte Fehlgeburtsrisiko, erhöhte Raten an Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen und ein mögliches Myomwachstum während der Schwangerschaft. Auf der anderen Seite stehen Operationsrisiken, Verwachsungsrisiko und das geringe Risiko durch die Gebärmutternarbe. Nach Ausschälung intramuraler Myome ist den Patientinnen häufig eine Latenzzeit von 6-12 Monaten bis zum Anstreben