Geschichte der HNO-Klinik

Die Stiftung und das Gebäude Carolinum

Die Universität Frankfurt am Main wurde als Stiftung des jüdisch geprägten Bürgertums einer zur modernen Industrie-, Handels- und Bankenzentrale aufgeblühten Großstadt begründet. Die medizinische Fakultät profitierte in ihren Anfängen von der Eingliederung bedeutender, bereits bestehender Stiftungseinrichtungen und konnte so rasch hervorragende Wissenschaftler und Ärzte verschiedener Fachdisziplinen in Therapie, Forschung und Lehre vereinen. Der historische Ursprung der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde geht zurück auf die Heilanstalt Carolinum, die 1890 zu Ehren des jüdischen Bankiers, Mäzens und Wohltäters Freiherr Mayer Carl von Rothschild und seiner Ehefrau Caroline gestiftet wurde. Der ursprüngliche Zweck der Einrichtung war die unentgeltliche Behandlung Bedürftiger in einer „medicinischen Abtheilung“ und einer „zahnärztlichen Abtheilung“.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts konkretisierten sich die Pläne des Frankfurter Stadtrats zur Gründung der „Akademie für praktische Medizin“ als Maßnahme zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung der Bevölkerung. 1906 wurde in einer Kooperation von Stadt und Stiftung der Bau des Gebäudekomplexes „Carolinum“ am heutigen Standort beschlossen und von 1908 bis 1909 ausgeführt. Dort untergebracht waren die Zahnklinik, die Hals- und Nasenklinik, die Ohrenklinik sowie im Seitenflüg