Geschichte der Arbeitsmedizin

Obwohl die Arbeitsmedizin als Facharztausbildung eine recht junge medizinische Fachdisziplin ist, ist sie als Bereich der ärztlichen Tätigkeit schon seit den ersten Quellen zu medizinischem Handeln historisch belegt.

So ist bereits in dem altägyptischen Papyrus Ebers (1500 v.Chr.) die Staublungenkrankheit erwähnt und zur Zeit der Römischen Kultur gab Plinius genaue Empfehlungen für deren Verhütung. Um etwa 400 v. Chr. lehrte der griechische Arzt Hypokrates seine Schüler, die beruflichen Einflüsse bei der Erhebung der Krankengeschichte nicht außer Acht zu lassen.

Im Mittelalter gerieten die arbeitsmedizinischen Kenntnisse aus früheren Zeiten in Vergessenheit. Erst Paracelsus (1493-1451) und Agricola (1451-1555) interessierten sich wieder für den Einfluss der Arbeit auf die Gesundheit und widmeten sich den Erkrankungen der Bergarbeiter. Umfassend beschrieb erstmals Ramazzini (1633-1714) Krankheiten von 40 Berufsgruppen.

Die Wirkung der Arbeit auf den Menschen rückte seit der industriellen Revolution immer mehr in den Fokus der Ärzte, wodurch die Notwendigkeit erwuchs, die stetig zunehmenden Kenntnisse auch in die Praxis zu integrieren. Dies führte zur Abfassung von verschiedenen verbindlichen Regelwerken und der Schaffung von speziellen Inspektionsorganen. Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten wurden in das Versicherungsrecht aufgenommen. Ärzte forschten an Krankheiten, die durch die berufliche Umgebung geprägt werden (Hoppe, Gruber etc.).

Im späten 19. Jahrhundert erschienen verschiedene Handbücher für Arbeiterkrankheiten und Gewerbehygiene (Hirth, Popper etc.).

Als erster Werksarzt war Dr. Karl Knaps 1866 in der Anilinfabrik in Ludwigshafen (BASF) für 135 Arbeiter zuständig. Dr. F.W. Grandhomme ließ 1873 die erste Krankenstation in der Teerfabrik in Höchst errichten. 1874 wurde er dort als Werksarzt angestellt.

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Arbeitsmedizin in Deutschland als praktiziertes und wissenschaftliches Fach etabliert und es erschienen die ersten Fachzeitschriften (Zeitschrift für Gewerbe-Hygiene, Unfall-Verhütung und Arbeiter-Wohlfahrts-Einrichtungen - 1913; Zentralblatt für Gewerbehygiene - 1913; Arbeitsphysiologie - 1928). 1930 wurde mit dem Archiv für Gewerbepathologie und Gewerbehygiene ein wissenschaftliches Jour