Labor für Molekulare Genetik

Im Labor für Molekulare Genetik gehen wir der Frage nach, ob und auf welche Art genetische Variationen die Entstehung und Ausprägung neuropsychiatrischer Störungen beeinflussen, insbesondere von Autismus Spektrums Störungen, ADHS, Störung des Sozialverhaltens und Angststörungen. Wir analysieren unter anderem wie häufige und seltenen genetische Marker wie z.B. Einzelnukleotid- und Genkopievarianten oder wie epigenetische Muster das Risiko und die Ausprägung der jeweiligen Störungen beeinflussen. Um die funktionellen Aspekte potentieller Risikofaktoren weiter zu verstehen, untersuchen wir deren mechanistische Effekte im neuronalen Zellmodell. Unser Ziel ist es, durch die Integration von Erkenntnissen aus dem neuronalen Zellmodell und den genetischen Markern der Patienten und Patientinnen, ein umfassenderes Modell der zugrundeliegenden Pathomechanismen zu generieren, welches letztendlich der Identifikation und Charakterisierung klinisch relevanter Biomarker dient.

Ausgewählte Publikationen    

 

Chiocchetti AG, Yousaf A, Bour HS, Haslinger D, Waltes R, Duketis E, Jarczok T, Sachse M, Biscaldi M, Degenhardt F, Herms S, Cichon S, Ackermann J, Koch I, Klauck SM, Freitag CM. Common functional variants of the glutamatergic system in Autism spectrum disorder with high and low intellectual abilities. J Neural Transm (Vienna). 2018 Feb;125(2):259-271. https://doi.org/10.1007/s00702-017-1813-9 . Epub 2017 Nov 16.

Chiocchetti AG, Haslinger D, Stein JL, de la Torre-Ubieta L, Cocchi E, Rothämel T, Lindlar S, Waltes R, Fulda S, Geschwind DH, Freitag CM. Transcriptomic signatures of neuronal differentiation and their association with risk genes for autism spectrum and related neuropsychiatric disorders. Transl Psychiatry. 2016 Aug 2;6(8):e864. https://doi.org/10.1038/tp.2016.119

Waltes R, Chiocchetti AG, Freitag CM. The neurobiological basis of human aggression: A review on genetic and epigenetic mechanisms. Am J Med Genet B Neuropsychiatr Genet. 2016 Jul;171(5):650-75. https://doi.org/10.1002/ajmg.b.32388

Chiocchetti AG, Kopp M, Waltes R, Haslinger D, Duketis E, Jarczok TA, Poustka F, Voran A, Graab U, Meyer J, Klauck SM, Fulda S, Freitag CM. Variants of the CNTNAP2 5' promoter as risk factors for autism spectrum disorders: a genetic and functional approach. Mol Psychiatry. 2015 Jul;20(7):839-49. https://doi.org/10.1038/mp.2014.103

Die Liste der jeweiligen Publikationen ist über Researchgate oder pubmed unter den Namen der jeweiligen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einzusehen.

 

Forschungsprojekte

EU gefördertes Projekt AIMS-2-TRIALS zur Entwicklung maßgeschneiderter Therapien bei Personen mit Autismus Spektrum Störungen

Autismus Spektrum Störung (ASS) ist eine überaus heterogene Entwicklungsstörung mit über fünf millionen betroffenen in der EU. Die Lebensqualität der Personen mit ASS ist insbesondere durch Defizite in der Sozialen Kommunikation sowie durch repetitives Verhalten und restrictive Interessen (Kernsymptomatik), aber auch durch komorbide Störungen wie Depression oder Epilepsie, eingeschränkt. Bisher gibt es keine effektiven medikamentösen Therapien. Dies ist vor allem  den folgenden Faktoren geschuldet: 1) ein beschränktes Verständnis der zugrundeliegenden Pathophysiologie, 2) der reduzierten Übertragbarkeit der Befunde aus den Tiermodellen auf den Menschen, 3) bisherige Medikamententests wurden in sehr heterogenen Gruppen von Betroffenen durchgeführt welche wiederum 4) nur in conventionellen klinischen Studien stattfanden. EU-AIMS TRIALS will daher mit einem personalisiertem Ansatz (personalized medicine) herangehen und so den Verlauf und das Therapieergebnis bei ASS zu verbessern, indem die Therapie auf das biologische Profil des Patienten maßgeschneidert wird. Diese Studie verbindet weltweite Ressourcen um Biomarker im Jugend- und Erwachsenenalter für die Stratifikation zu bestimmen und zu validieren, um objektive Maße zu entwickeln, die geeignet sind den Therapieerfolg in klinischen Studien zu messen, und um mit ASS assoziierte molekulare Mechanismen und Effekte von Medikamenten zwischen präklinischen Modellen und Subtypen von ASS zu übertragen.

AIMS-2-TRIALS wird durch das Horizon 2020 research and innovation Programm der Europäischen Union gefördert (grant agreement No 777394-2 AIMS-2 TRIALS). Die Gesamtdauer des Projektes beträgt 5 Jahre (2018–2023).

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